Medizindrache Alexander Jahn
Chinesische & Japanische Medizin, NAET, Osteobalance

Reis-Congee - was ist das und wozu?

Wenn ich bei einer Ernährungsberatung dringend aus verschiedenen Gründen zu Congee rate, sehe ich fast immer in sehr enttäuschte bis erzürnte Gesichter.
In unserer westlichen Kultur ist die Vorstellung von gekochtem Reis oft negativ besetzt – und das gilt für Reis, der nun auch noch so verkocht worden ist, dass er Reisschleim bildet, in potenziertem Maße! Ich sehe förmlich die Gedanken an geschmacklose Schonkost bei Magen-Darm-Infekten, spitalmäßige Dämpfe und trostlose Verzichtsernährung. Ein westliches Vorurteil: fad, langweilig, Diät bei Magen-Darm-Grippe.

Fad! Langweilig! Bitte nicht!

Und ausgerechnet dieses „unattraktive“ Gericht wird in Ostasien als feingliedriges Elixier, als „flüssige Körper-Lebens-Essenz“ und als hochflexible therapeutische Basis gefeiert?
Ein faszinierender Perspektivenwechsel!

Das Kaiserliche Reisschleim-Elixier (Mǐ Yóu)
Am chinesischen Kaiserhof gab es eine eigene Klasse von Hofärzten, die sich ausschließlich mit der diätetischen Prävention des Kaisers beschäftigten (Tài Yī Yuàn). Wenn der Kaiser kränkelte, abgekämpft war oder schwere Heilkräuter-Dekokte nicht mehr vertrug, griffen die Ärzte nicht zu Gold oder Hirschgeweih, sondern zu Mǐ Yóu (米油) – dem Reisöl bzw. Reisschleim.
Das war der dicke, seidenartige Schaum, der sich nach stundenlangem, lautlosem Köcheln an der Oberfläche des Topfes absetzte. In den medizinischen Annalen wurde dieser Schaum wie folgt gepriesen:
Reisschleim ist in seiner Wirkung dem Ginseng ebenbürtig. Er tritt ohne Mühe in alle Leitbahnen ein, baut das Yin auf, schützt die Säfte und nährt die Substanz, selbst wenn der Körper keine feste Nahrung mehr annehmen kann.
Dass etwas so Wertvolles aus der allereinfachsten Zutat gewonnen werden konnte, galt am Hof als Sinnbild für die Weisheit der Natur.

Auf der folgenden Seite erfahren Sie, warum Congee so hoch angesehen ist und wie einfach es ist, es herzustellen.


 
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